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In Freiamt verbrachte ich schöne Tage auf dem Bergfritzenhof bei einer Freundin. Auch dort wohnte ich im Zelt und arbeitete am PC. Obwohl ich mich in einer wirklich tollen Umgebung, mit netten Menschen, einem traumhaften Arbeitsplatz, frischer Luft und viel Ruhe befand, bekam ich am dritten Tag einen Rappel. Morgens nach dem Aufstehen und ohne Frühstück stieg ich auf mein Rad und fuhr ins Tal. Es war ein trüber Morgen, die Straßen nass und die Luft feucht. Unten angekommen entdeckte ich eine alte Burgruine auf einer Anhöhe. Ich wusste nicht so recht, wohin mich meine Tagestour führen sollte. Weit weg? Doch nicht so weit? In einem Gebirge, in dem ich mich nicht auskannte? Ich fuhr zur Burgruine. Wieder ein paar wenige, aber heftige Höhenmeter. Von dort hatte ich eine tolle Aussicht.

Ich machte keine große Runde, sondern fuhr von dort aus zurück. Es ging wieder bergauf, mehr als am Tag meiner Ankunft. Ich fuhr nun den kürzeren und steileren Weg. Dafür ohne Gepäck. Oben angekommen, wollte ich gleich wieder herunter, um wieder hoch zu fahren. Doch es war schon spät und an dem Tag sollte noch das Sommerfest stattfinden, für das wir noch einiges vorbereiten wollten.

Auf dem Sommerfest selbst machten ein Freund und ich die Minibar. Name war Programm und so gab es an einem ganz kleinen Tresen Cocktails in Schnapsgläsern. Mein Freund kümmerte sich hauptsächlich um den Pina Colada und ich mixte mit einer Pipette den Tequila Sunrise. Neben diesen beiden Drinks boten wir auch einen supergeilen Smoothie an. Unsere Gäste stießen stets mit uns an, weshalb mein als Longdrink getarnter Shot tatsächlich zum Longdrink wurde, da ich mich gut darin verstand, an dem kleinen Ding zu nippen. Die Mischung war heftig und die Menschen zufrieden.

An unserer Minibar lernte ich dann auch Petra vom Radio Dreyeckland kennen. Dass sie nebenbei und ehrenamtlich beim Radio arbeitete, erfuhr ich erst viel später. Im Vorfeld meiner Reise habe ich über medienwirksame Auftritte und Öffentlichkeitsarbeit nachgedacht. Aber allein das Verfassen von Pressemitteilungen, das Recherchieren nach den richtigen Redakteur*innen und dann den Kontakt halten und und und. Das alles war zu viel, um auch noch nebenbei zu passieren. Dennoch hatte ich im Vorfeld solche Gedanken und dachte auch an das Radio Dreyeckland. Es war eher wie eine Idee, die vorbeispazierte, hallo sagte, sich länger aufhalten und es sich einrichten wollte, ich aber keine Zeit für diesen freundlichen, aber aufwändigen Gast hatte. So verscheuchte ich diesen Gedanken schnell wieder. Petra und ich (sowie mein Freund und ihre Freundin) unterhielten uns hervorragend über alles Mögliche und hatten viel Spaß. Auch gefiel es mir, mal nicht über meine Reise zu sprechen. Erst als wir uns verabschiedeten und – mittlerweile wusste Petra, mit welchem Gefährt ich unterwegs bin – Nummern austauschten, erst da erwähnte ich im Tschüßsagen meinen Blog.

Am nächsten Morgen schrieb sie mir, ob ich Lust auf ein Interview in ihrer Sendung hätte. Ja, und wie! Wir machten einen Termin für die kommende Woche aus.

In Freiamt kreuzten sich die Wege meiner Reise mit dem Jakobsweg meiner Freundin und so erlebte ich arbeitsarme und entspannte Tage.

Danach verbrachten wir noch einen Freibadtag mit unseren Neffen in Freiburg, dann trennten sich unsere Wege schon wieder. Ich blieb, sie zog los.

Als Radlerin fühlte ich mich in Freiburg von der ersten Minute an wohl und willkommen. Unzählige Fahrradstraßen, ein Radwegnetz, das nicht im Nichts endet, viele Gleichgesinnte, Autofahrer*innen, die kapiert haben, dass die Straßen nicht nur für Autos da sind. Ja, ja, ich kenne die Vorurteile. Klar gibt es auch unter Radler*innen rücksichtslose Egos, aber darum geht es ja nicht. Es geht um den Willen einer vielfältigen Verkehrsstruktur. Und auch wenn es Luft nach oben gibt, Freiburg ist da ganz weit vorn. Und ich kann es sagen, denn ich bin mittlerweile rumgekommen 🙂

Ich traf dann noch alte Freund*innen, gab ein Seminar und ein Interview, dann hieß es wieder: Weiterfahren.

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