Was machbar ist…

Es ist schon verrückt. Ich breche meine sicheren Zelte ab und begebe mich auf eine unvorhersehbare Reise. Für mein Vorhaben habe ich eine Vision, für die Reise eine ungefähre Route und für den Inhalt die ersten Interviewpartner*innen. Trotzdem, wer Sicherheit braucht, wäre bei mir absolut fehl am Platz. Ich kenne mein Losfahrdatum noch nicht. Mein Bus wird mir irgendwo auf der Strecke einen Strich durch die Rechnung machen. Finanzielle Mittel (ich trage immer noch alles privat) sind eher knapp. Und ich weiß nicht, ob sich hinterher auch nur eine Person (Familie mal kurz ausgeschlossen) für meine Ergebnisse interessieren wird. Ich könnte so schön in einem trockenen Büro sitzen, könnte einem Job nachgehen, von dem ich weiß, was am Tag so ungefähr auf mich zukommt und vor allem, was am Ende des Monats auf mein Konto zukommt. Aber ich will das nicht. Ich nehme mir die Zeit und schaue lieber anderen Leuten über die Schulter. Ich will lernen und zuhören und diskutieren. Und ich will die, die nicht einfach losfahren können, dran teilhaben lassen. Unter anderem deshalb auch der Blog.

Bis jetzt gab es keine negativen Reaktionen, wenn ich von der Reise erzählte. Warum auch. Verrückt ist ja nur die andere. Was es stattdessen aber immer wieder gibt, sind viele nett gemeinte Ratschläge darüber, was ich machen sollte oder lassen sollte.

  • “Du musst unbedingt zu Insta.”
  • “Du musst auf jeden Fall ein Blog schreiben.”
  • “Nimm so viele Kongresse mit, wie es nur geht.”
  • “Lokale Presse, sag ich nur.”
  • “Mach irgendwas zusammen mit jungen Künstler*innen. Die brauchen ja auch immer öffentlichkeitswirksame Aktionen.”
  • Nicht nur ein Text-Blog. Die Leute lesen nicht gern. Du musst Videos machen.”
  • “Schalte Werbung in deinen Blog. Oder drapiere irgendwo im Hintergrund ein Produkt, wenn du ein Video machst.”
  • “Es muss auf jeden Fall was Wissenschaftliches werden.”
  • “Das ist auf keinen Fall Wissenschaft.”
  • “Schreib’ täglich.”
  • “Interviewe diese Person. Auf keinen Fall aber jene.”

All die Tipps nehme ich erstmal an. Ohne Wertung. Am Ende ist es aber meine Reise. Und ich entscheide. Ich mache nur das, was mir guttut. Und das, worauf ich Lust habe. Kann sein, dass mir Leser*innen durch die Lappen gehen, weil ich nicht alle sozialen Netzwerke bediene oder falsch bediene. Vielleicht verliere ich auch wieder Leser*innen, weil ich zu selten blogge oder nicht vlogge. Kann sein. Aber am Ende ist es immer noch meine Idee, meine Arbeit und meine Gesundheit.

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